Belastungsinkontinenz

Belastungsinkontinenz: Wenn Niesen, Husten und Treppensteigen zum Problem werden

Inkontinenz ist immer noch ein Tabu. Wer darunter leidet, der redet nicht darüber. Dabei ist wahrscheinlich jeder achte bis zehnte Deutsche betroffen. Die Dunkelziffer ist hoch. Frauen leiden öfter an Inkontinenz als Männer. Sie gehen allerdings auch regelmäßiger zum Arzt und zur Vorsorge als Männer. Weibliche Blasenschwäche wird entsprechend häufiger erkannt und taucht damit auch in den Statistiken eher auf.

Langsam ändert sich die Einstellung: Inkontinenz rückt aus der Tabuzone. Fachärzte, vor allem aber immer mehr Hausärzte kennen das Problem und bieten ihren Patienten Hilfen an. Das ist das A und O jeder Therapie: Wer unter ungewolltem Urinverlust leidet, der muss mit seinem Arzt sprechen! Nur er kann die Diagnose stellen und die richtigen Behandlungen verordnen.

Je nach Ursache der Blasenschwäche unterscheiden Ärzte zwischen Belastungsinkontinenz, früher auch Stressinkontinenz genannt, Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz, Mischinkontinenz, Reflexinkontinenz, extraurethraler Inkontinenz, die durch Verwachsungen und Fehlleitungen der Harnwege verursacht wird sowie dem nächtlichen Einnässen bei Kindern (Enuresis) und Erwachsenen (Nykturie).

Zu den häufigsten Formen gehört die Belastungsinkontinenz. Vor allem Frauen leiden darunter. Wer beim Niesen, Husten, Lachen, Heben, Tragen schwerer Lasten oder beim Treppensteigen ungewollt Urin verliert, der hat es möglicherweise mit dieser Form der Inkontinenz zu tun. Häufig ist der Schließmechanismus der Harnröhre beschädigt. Ursachen können ein schwacher Beckenboden oder auch die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre sein. Neben dem Beckenbodentraining,  versprechen Medikamente oder auch eine OP Linderung und Heilung.

Wechseljahre

Wechseljahre: Menopause ist auch für die Blase ein neuer Lebensabschnitt

Die Wechseljahre bringen für Frauen viele körperliche und seelische Veränderungen. Der Übergang in diese Lebensphase wird von vielen als belastend empfunden – besonders, wenn sich plötzlich auch noch eine Blasenschwäche bemerkbar macht. Zwei Drittel aller Frauen haben in den Wechseljahren geringfügige Probleme mit dem Wasserhalten, ein Viertel aller Frauen leidet an einer schwachen Blase.

Grund für die plötzliche Blasenschwäche ist der sinkende Östrogenspiegel. Der weibliche Körper produziert in den Wechseljahren immer weniger von diesem Hormon, weil die Eierstöcke langsam ihre Arbeit einstellen. Das hat vielfältige Folgen: Der Körper reagiert stärker auf die reizenden Stoffe im Urin. Dadurch nimmt der Harndrang zu. Der pH-Wert in der Scheide steigt, und damit wird die natürliche Scheidenflora anfälliger für Krankheitserreger. Keime und Bakterien breiten sich außerdem leichter aus, weil die Schleimhäute durch den Hormonrückgang schlechter durchblutet werden. Bindegewebe und die Beckenbodenmuskulatur werden schwächer, der Schließmuskel wird geschwächt. Außerdem kann ein schwacher Beckenboden zu einer Senkung von Blase und Gebärmutter führen, was wiederum die Blasenschwäche begünstigt.

Betroffene Frauen müssen lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Oftmals helfen Beckenbodentraining oder eine lokale Therapie mit Östrogenen. Der Frauenarzt kann entsprechende Salben, Zäpfchen und Tabletten verordnen. Sie sorgen dafür, dass die Blase besser durchblutet wird. Außerdem halten sie das Gewebe elastisch und helfen, ein schützendes Scheidenmilieu aufzubauen. Bis sich die schwache Blase gebessert hat, können Frauen sich mit speziellen Einlagen behelfen. Sie sind heute so zierlich und diskret gestaltet, sie fallen selbst unter modischer Kleidung nicht auf.