Adipositas

Adipositas: Übergewicht begünstigt Blasenschwäche

Ein Viertel aller Frauen zwischen 25 und 35 Jahren leidet an Blasenschwäche, so das Infozentrum Inkontinenz. Aber die meisten reden nicht einmal mit ihrer besten Freundin darüber. Sie genieren sich und hoffen, die Blasenschwäche gibt sich irgendwann von selbst wieder. Die Hoffnung ist nicht unberechtigt, denn Inkontinenz ist gerade bei jungen Frauen kein unabdingbares Schicksal. Allerdings müssen die Betroffenen selbst aktiv werden!

Die häufigste Diagnose bei Frauen lautet „Belastungsinkontinenz“. So nennen Ärzte es, wenn der Beckenboden schlaff und schwach ist und deshalb schon bei alltäglichen körperlichen Belastungen wie etwa Husten, Lachen oder Niesen unwillkürlich ein paar Tropfen Urin verloren gehen. Diese Diagnose trifft vorwiegend Frauen. Nach Geburten oder in den Wechseljahren wird ihr Beckenboden naturgemäß schwächer. Gezieltes, vor allem regelmäßiges Beckenbodentraining kann diese Schwäche in den meisten Fällen schnell und zuverlässig wieder beheben.

Aber nicht nur Geburten und hormonelle Veränderungen schwächen die Blasenmuskulatur, sondern auch Übergewicht. Der Anteil junger Frauen mit Übergewicht ist in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gestiegen: Heute gelten bereits zehn Prozent der 18- bis 29-Jährigen als adipös, also schwer übergewichtig, zusätzliche rund 20 Prozent sind übergewichtig. In der nächsten Altersgruppe, der 30- bis 39-Jährigen, steigt der Anteil der Adipösen sogar auf fast 20 Prozent an, die Zahl der Übergewichtigen bleibt bei 20 Prozent konstant. Diese Zahlen gehen aus der „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland” hervor, die das Robert Koch-Institut im Sommer 2012 publizierte.

Mehr als jede dritte Frau unter 40 ist also übergewichtig oder adipös. Das sind unter anderem die jungen Mütter. Viele von ihnen gehen bereits mit Übergewicht in die Schwangerschaft und schaffen es nachher nicht mehr, den überflüssigen Ballast abzuwerfen. Kommt zum Gewicht noch Blasenschwäche, steigt der Leidensdruck für die Betroffenen enorm an. Da hilft nur eines: Den Arzt aufsuchen und gemeinsam einen „Schlachtplan“ gegen die Maläsen entwickeln. Und dann durchhalten!