Blasentraining

Training: Schwache Blase lässt sich systematisch trainieren

Inkontinenz ist keine Frage des Alters alleine, sie trifft auch Junge, und vor allem junge Frauen. Speziell nach Schwangerschaft und Geburt leiden viele an Blasenschwäche, die meisten glücklicherweise nur vorübergehend. Einige werden das Übel aber nicht mehr los. Jede vierte Frau über 35 hat Erfahrungen mit ungewolltem Urinverlust, so das Infozentrum Inkontinenz. Die meisten Frauen schämen sich dafür und reden weder mit Freundin noch Partner darüber, weil ihnen die schwache Blase peinlich ist.

Das Problem lässt sich aber nicht ignorieren, denn schon bei leichten Tätigkeiten wie Treppensteigen, Gehen, Heben oder Niesen macht sich die Blasenschwäche bemerkbar, geht unwillkürlich Urin verloren. Auf Dauer ist das kein Zustand. Betroffene sollten deshalb zunächst mit ihrem Arzt sprechen, rät das Infozentrum Inkontinenz. Er weiß, wie geholfen werden kann. Die medizinischen Möglichkeiten reichen vom Beckenbodentraining über Medikamente bis hin zur OP. Blasenschwäche ist heutzutage gut behandelbar.

Eine schwache Blase lässt sich auch trainieren! Experten raten Betroffenen beispielsweise, nicht sofort zur Toilette zu gehen, sobald sie Harndrang spüren. Besser ist es, die Zeitspannen zwischen den Toilettengängen möglichst lange auszudehnen. So gewöhnt sich die Blase an den höheren Druck und kann nach und nach mehr Urin aufnehmen. Nicht sinnvoll sind vor-sorgliche Toilettengänge. Wird die Blase nämlich bereits bei geringem Druck entleert, verkleinert sie sich immer weiter und signalisiert schon bei minimalen Urinmengen starken Harndrang.

Die Blase lässt sich am besten zu Hause trainieren, in ruhiger, gewohnter Umgebung. Wer dort den Harndrang aushält und die Toilettengänge hinauszögern lernt, der wird wieder Herr seiner Blase und kann auch außer Haus gelassener bleiben, wenn nicht an jeder Ecke ein WC ist. Für die Trainingsphase haben Experten noch einen guten Tipp: Wird der Harndrang unangenehm stark, sollten sich die Betroffenen auf einen Stuhl setzen und den Oberkörper nach vorn beugen oder die Muskeln des Beckenbodens anspannen, bis der Harndrang nachlässt.