Kaiserschnitt

Kaiserschnitt: Beugt Kaiserschnitt Blasenschwäche vor?

Rund ein Drittel aller Kinder werden heute per Kaiserschnitt auf die Welt geholt. Dafür gibt es nicht immer medizinische Gründe. Viele werdende Mütter haben Angst vor der Geburt und entscheiden sich deshalb für den geplanten Kaiserschnitt. Ein Argument der Besorgten ist die Angst vor Inkontinenz nach der natürlichen Geburt. Denn das Gerücht, viele Frauen litten nach einer spontanen, also natürlichen, Geburt unter Blasenschwäche, hält sich hartnäckig. Fachärzte allerdings warnen dringend davor, aus solchen Gründen einen Kaiserschnitt machen zu lassen. Der Kaiserschnitt ist eine Operation mit allen damit verbundenen Risiken, sie sollte dem Notfall vorbehalten bleiben und nicht zum Normalfall werden.

Natürlich wird der Beckenboden während der natürlichen Geburt stark belastet – aber auch schon während der Schwangerschaft! Eine vorübergehende Blasenschwäche kann die Folge sein. Experten schätzen, rund jede fünfte Frau hat nach der Geburt Beschwerden. Diese sind allerdings vorübergehender Natur. In fast allen Fällen verbessern sich die Probleme schon innerhalb der ersten Wochen nach der Geburt erheblich, wenn nicht ganz. Da der ungewollte Urinverlust in der Regel in die Zeit des Wochenflusses fällt, tragen die meisten Frauen in dieser Zeit ohnehin Binden und bemerken mitunter den ungewollten Urinverlust nicht einmal.

Blasenschwäche nach der Geburt ist aber kein unabwendbares Schicksal. Frauen können durch systematisches Beckenbodentraining gezielt vorbeugen. Hebammen schulen werdende Mütter in der Regel in den Geburtsvorbereitungskursen. Aber auch nach der Geburt ist es nicht zu spät, mit dem Beckenbodentraining anzufangen. Es ist immer sinnvoll, ein ganzes Leben lang. Bleibt der ungewollte Urinverlust auch Wochen nach der Geburt ein Problem, sollten sich Frauen nicht scheuen, ihren Arzt zu konsultieren. Es gibt Hilfen – und sie werden mit dem Problem nicht allein gelassen.