Diabetes

Diabetes: Blasenschwäche parallel zur Zuckerkrankheit behandeln

Wer an Diabetes leidet, der hat eigentlich schon „sein Päckchen“ zu tragen. Was viele nicht wissen: Zum Diabetes gesellt sich oft noch eine Blasenschwäche. Fachleute schätzen, dass etwa jeder zweite Diabetiker eine gestörte Blasenfunktion hat. Dauerhaft erhöhter Blutzucker wird als Ursache vermutet. Er schädigt offenbar die Nerven, die die Blasenentleerung steuern.

Bei dieser Art der Schädigung verlieren Patienten das Gefühl für den Füllstand ihrer Blase. Bei vielen äußert sich das in Form einer überaktiven Blase. Die Blase entleert sich vorzeitig und auch, wenn sie nur gering gefüllt ist. Andere leiden an einer Überlaufinkontinenz. Die Blase wird immer voller, kann aber, weil die Betroffenen den Harndrang nicht spüren, nicht mehr gesteuert entleert werden. Die Blase läuft über, permanenter Urinverlust ist die unangenehme Folge. Gefürchtet sind auch die Spätfolgen. Vor allem an Harnwegsinfekten leiden Patienten. Frauen sind übrigens auch hier, wie bei der Blasenschwäche allgemein, deutlich öfter betroffen als Männer.

Diabetiker stehen – oder sollten es zumindest – unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle. Trotzdem bleibt die Beeinträchtigung der Blasenfunktion anfangs häufig unbemerkt. Das liegt möglicherweise auch am Schamgefühl der Patienten. Andere denken sich wenig dabei, weil sie vielleicht – weiblich und übergewichtig – ohnehin mit Blasenproblemen kämpfen. Scheu vorm Arzt ist aber der falsche Weg. Im Gegenteil, wer Diabetes hat, der sollte möglichst früh auch den Urologen hinzuziehen, denn die Symptome einer Blasenschwäche können behandelt werden, damit die Spätfolgen, bis hin zur Schädigung der Nieren, möglichst gering bleiben.