Enuresis nocturna

„Enuresis nocturna“: Nächtliches Bettnässen ist bei Kindern bis sechs Jahren normal

Blasenschwäche ist kein Problem älterer Menschen allein. Auch Kinder können schon an Blasenschwäche leiden. Die schwache Blase zeigt sich vor allem nachts und wird landläufig als Bettnässen beschrieben. Ärzte bezeichnen dieses nächtliche Einnässen als „Enuresis nocturna”. Bettnässen ist bei Kindern weiter verbreitet, als viele wissen, denn ab einem gewissen Alter redet „man“ nicht mehr über Windeln. Ältere Kinder, die nachts noch einnässen, sind für viele Eltern ein Problem. Sie fragen sich, ob sie etwas falsch gemacht haben.

Aber es besteht normalerweise kein Grund zur Besorgnis: Experten halten kindliches Bettnässen bis zum sechsten Lebensjahr für normal! Kinder müssen die Kontrolle der Blasenmuskulatur erst lernen. Gehirn und Blasenmuskulatur müssen entsprechend ausgereift sein. Vor dem zweiten Lebensjahr klappt das in der Regel nicht. Im Gegenteil: Jedes dritte Kind unter vier Jahren und jedes sechste Kind unter fünf nässt nachts mehr oder weniger regelmäßig ein.

Ist das Kind älter, sollten sich Eltern allerdings um die Abklärung des „Bettnässens“ kümmern. Sie sollten das Thema offensiv angehen und ihre Kinder in die Gespräche einbeziehen. Erste Anlaufstelle ist der Kinderarzt, der das Kind meist schon gut von den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen kennt. Er hat oft auch schon eine Ahnung, wo das Problem liegen könnte. Außerdem kennt er vergleichbare Fälle. Und er oder sie kennt auch viele Erfolgsgeschichten, wie sich das Problem lösen lässt. Das macht Mut, und ist für Kinder und Eltern gleichermaßen ermutigend.